“Was tut die Bienenwissenschaft eigentlich für uns?” – Diese Frage höre ich immer wieder aus unserer Imkerschaft. Es ist richtig: Wir leisten uns in Deutschland eine große Vielfalt bei der Forschung, aber die Imkerinnen und Imker bekommen davon häufig wenig mit. Das liegt aber nicht an den klugen Köpfen, die in den vergangenen Jahrzehnten grandiose Fortschritte auf dem Gebiet der Bienenforschung erzielt haben, sondern am zeitlichen Ablauf, dem Forschung unterworfen ist. Bis aus wissenschaftlichen Erkenntnissen ein Produkt geworden ist, das im Imkereifachhandel zu kaufen ist, vergehen mitunter Jahre oder Jahrzehnte.

Wir vom Deutschen Imkerbund stehen über unsere Fachleute und Beiräte im engen Kontakt mit der Wissenschaft und beobachten fasziniert, was die Forscherinnen und Forscher über unsere Bienen herausbekommen. Die Fortschritte bei Bienengesundheit, Fütterung oder Zucht sind beeindruckend. Die Varroa-Milbe ist ein Kreuz für uns Imkerinnen und Imker, aber dank der Unterstützung aus der Wissenschaft haben wir den Parasiten im Griff und ernten ebenso hochwertigen wie gesunden Honig.

Mit Der langen Nacht der Bienenwissenschaft schlagen wir eine Brücke zwischen Forschung und Imkerei. Wir bieten den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein breites Forum, lassen Sie zu Wort kommen und geben ihnen vor allem Zeit. Wer blutigen Laien erklären will, wie das unglaubliche Wesen der Biene funktioniert, braucht eine Mischung aus Geduld und Begeisterung. Genau diesen spannenden Mix haben wir gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung angerührt. Ich bin jetzt schon gespannt, wie viele Imkerinnen, Imker und Interessierte sich für das Format der “langen Nacht” ebendiese um die Ohren schlagen werden, um Bienenwissenschaft so hautnah zu erleben, wie es sie noch nie gab.